Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

Erst im letzten Monatsdrittel fielen die Temperaturen in die Normalität

tn IMG 2272 gDer Sommer 2018 war ein Sommer der Extreme! Sehr heiß, sehr trocken und außergewöhnlich lang anhaltend. Wenn derartige saisonale Wetter-entwicklungen zur Regelmäßigkeit werden sollten,

dann bekommt die Menschheit ein Problem.
Bis über die Mitte des diesjährigen Septembers hinweg sorgten wechselnde Hochdruckgebiete für den Fortbestand der großen Sommerhitze, die eine extreme Dürre verursacht hatte. Der Temperaturdurchschnitt des vergangenen Monats lag mit 15,1 °C um 1,8 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Das seit Mitte April anhaltende hochsommerliche Wetter hatte sich zunächst fortgesetzt. Den Höhepunkt dieser Hitzetage erlebten wir am am 18. September. An meiner privaten Wetterstation in Falkenberg konnte ich eine Höchsttemperatur von 30,2 °C registrieren. Als ich an diesem Donnerstag am Nachmittag im Kiebitzer See schwamm, hatte das Wasser mit einer Temperatur von 27 Grad seinen bis dahin noch nie gemessenen Rekordwert erreicht. Dementsprechend waren die weitläufigen Sandstrände im Falkenberger Badeparadies von Menschen dicht bevölkert. Doch mit Beginn des letzten Septemberdrittels ging die hochsommerliche Witterung jäh zu Ende. Die Tagestemperaturen sanken schlagartig unter 20 Grad und es wurde fast täglich sehr windig. Der Herbststurm „Fabienne“ fegte am 23. mit Orkanböen über Deutschland hinweg und verursachte regional große Schäden.
Der September 2018 war sehr sonnenscheinreich, doch abermals mangelte es an Regenfällen. Deutschlandweit gab es nur rund 45 Liter Niederschlag pro Quadratmeter (l/m²) und damit fehlten erneut etwa 28 Prozent des vieljährigen Durchschnittswertes von 61 l/m². In der Region um Falkenberg lag dieser Wert mit seinen knapp 32 l/m² sogar noch weit darunter. Unsere Landschaften waren dementsrechend trocken und ausgedorrt. Als ich am 16. September vom Flugplatz Lönnewitz aus einen Rundflug unternahm, konnte ich das von oben noch viel besser erkennen: gelb-trockene Feld- und Wiesenfluren, wasserlose Bachläufe.
Mein Wetterrückblick auf den Monat September sollte uns alle nachdenklich machen. Es wird wärmer auf unserer Erde, und das ist eine Folge des von uns Menschen verursachten globalen Klimawandels. Wer nach diesem Dürre-Sommer die Alarmsignale immer noch nicht erkannt hat, dem ist nicht zu helfen! Wir alle müssen die Art und Weise, wie wir gegenwärtig leben, grundlegend ändern. Indem wir uns in unseren Lebensansprüchen mäßigen. Das sind wir unseren Kindern und Kindeskindern schuldig!

 

Dieter Lehmann