Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

Viel Sonne, aber zu wenig Regen

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Der diesjährige November brachte uns sehr wechselhaftes Wetter. Es gab abrupte Temperaturschwankungen, von früh-winterlich bis spätsommerlich. Kalte und stürmische Tage wechselten mit wärmender Sonneneinstrahlung, was einem Fernseh-Wettermann sogar zu der Wortschöpfung „Novemberfrühling“ veranlasste. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen in unserer Region von 3,6 Grad Celsius (°C) waren jedoch dem November angemessen.

Bedenklich jedoch wieder einmal der negative Niederschlagswert. 

Das Land Brandenburg war mit seiner Regenmenge von 40 Liter je Quadratmeter das zweit-niederschlagsärmste Bundesland. 

Dafür war die Sonneneinstrahlung mit beinahe 65 Stunden überdurchschnittlich gut. Fehlende Niederschläge werden zunehmend ein 

Problem für unsere Region, vor allem für die Landwirtschaft. Nachdem die Pilzsaison von September bis Oktober wegen der herrschenden Trockenheit praktisch ausgefallen war, gab es bis Mitte November überraschende Pilzfunde. Im Wald wuchsen Butterpilze, Maronen und sogar einzelne Steinpilze; am Elster-Radweg fand ich Riesenschirmpilze, und in meinem Garten konnte ich reichlich den sehr schmackhaften Hallimasch ernten. Aber Vorsicht, roh gegessen, löst der Pilz schwere Magen-Beschwerden aus. Wenn er jedoch lange genug erhitzt (gekocht oder gebraten) wird, ist der Hallimasch essbar und ausgesprochen schmackhaft.

Das wechselhafte Novemberwetter hatte in diesem Jahr seine Ursache im länger anhaltenden Zusammenspiel von Tief - und Hochdruckgebieten. Mitte des Monats kam es durch das Hoch „Husch“ über Nordfrankreich und dem Tief „Ilka“ über Osteuropa deutschlandweit zu früh-winterlichen Temperaturen. Im mittleren Erzgebirge wurden unter Hochdruckeinfluss am Morgen des 14. November frostige minus 12,0 °C registriert. An meiner kleinen Wetterstation in Falkenberg waren es - 5,2 °C. Zu Beginn der zweiten Monatshälfte kam es schlagartig zu einem Wetterwechsel, und es wurde für die Jahreszeit verhältnismäßig mild. Föhneinfluss im Süden führte zu regional großen Temperaturgegensätzen in Deutschland. Am 21. November wurden im bayerischen Rosenheim 21,9 °C gemessen. In Falkenberg waren es immerhin noch 10,7 °C. Woran man sehnen kann, das Wetter ist oft eine launische Diva – und das ist gut so!.

Dieter Lehmann