Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

Wärmster März seit 1881!
Abermals viel zu warm, dazu unzureichende Niederschläge...

tn 099„Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt. Er setzt seine Felder und Wiesen in Stand.“ So lautet der Text eines hundertjährigen Volksliedes. Heute rollen hochrädriger Monstertraktoren über die Fluren in unserer hochtechnisierten Gegenwart. Und es erhebt sich die Frage: Ob das noch gut ist?
Der gerade erlebte Monat war der wärmste März seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. „Damit liegt dieser Monat im von uns erwarteten Trend des Klimawandels in Deutschland“, so Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Durch den wechselnden Einfluss von Hoch- und Tiefdruckgebieten gab es häufig frühlingshafte Temperaturen mit einer überdurchschnittlich hohen Sonneneinstrahlung. Die Niederschlagssummen in den Regionen des Landes Brandenburg waren jedoch leider wieder einmal zu gering; die monatliche Mitteltemperatur von 7,0 °C lag um 3,5 °C über der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990.
Am 18. März fegte das Sturmtief „Eckart“ mit schweren Sturmböen über unsere Region hinweg. In Berlin-Schönefeld wurde eine Windgeschwindigkeit von 102 km/h registriert. Die Berliner Feuerwehr rief den Ausnahmezustand aus. Das kleine Sturmtief hatte sich von dem großen stürmischen Tiefdruckgebiet namens „Christoph“ über Nordskandinavien gelöst und war als sogenanntes Randtief nach Mitteleuropa gezogen. Bis 17.30 Uhr musste die Berliner Feuerwehr zu 402 sturmbedingten Einsätzen ausrücken. Erst etwa gegen 17 Uhr war das Schlimmste überstanden.
Aber natürlich überwog das Positive im frühlingshaften Monat März. Ich hatte am 12. ein besonders freudvolles Erlebnis im Bereich der sogenannten „Wallberge“ nördlich von Falkenberg. Auf den von verschiedenen Feldgehölzen unterbrochenen Wiesengebieten balzten drei Kranichpaare: Dahinschreiten, sich voreinander verbeugen, die Köpfe emporsteigen lassen, weit nach hinten gebogen, die bunten Schwanzfedern hoch aufgerichtet und dann die gellenden Schreie. Liebeslust pur - immer wieder, immer heftiger. Der Tanz der Kraniche, ich habe ihn schon oft erlebt und bin immer wieder aufs Neue fasziniert.

 

Dieter Lehmann