Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

Hitzewelle - Nur ein Vorzeichen dafür, was uns in kommenden Jahren erwartet

Die Windsurfer auf den bewegten Meereswellen vor Zinnowitz auf Usedom.Wir erlebten einen außergewöhnlich heißen Sommer 2018. Doch der Sommer 2019 scheint ihn noch zu übertreffen. Im letzten Drittel des Monats Juli gab es eine Hitzewelle, wie bisher selten erlebt. „25 Mal Höchstwerte von 40 Grad und mehr. Das geht in die meteorologischen Geschichtsbücher ein“, sagt Andreas Friedrich, Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Besonders im Westen Deutschlands wurden reihenweise die bisherigen Tagesrekorde gebrochen. Mit 42,6 Grad Celsius (°C) wurde dabei in Lingen im Emsland der alte deutsche Spitzenwert um mehr als 2 Grad übertroffen.

Mit 18,9 °C lag im Juli der Temperaturdurchschnitt um 2,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 0,9 Grad. Hochdruckgebiete über Nordwesteuropa hatten in der ersten Hälfte des Monats noch für kühle Nächte und tagsüber für angenehm warme Witterung gesorgt. Doch durch die Verlagerung des hohen Luftdruckes nach Osteuropa konnte im letzten Drittel die über Südwesteuropa lagernde Gluthitze nach Deutschland vordringen.
Aber es fehlten die Niederschläge! Mit rund 55 Litern pro Quadratmeter (l/m²) fehlten dem Juli 31 Prozent zu seinem Soll von 78 l/m². Vor allem Südbrandenburg hatte unter der Gluthitze zu leiden. Die Folge: verdorrte Wiesen und Felder, absterbende Nadelbäume, die Wälder sehen vielerorts katastrophal aus! Die „Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzer“ sprach von einer Jahrhundertkatastrophe für die Wälder in Deutschland.
Die Sonnenscheindauer lag im Juli mit etwa 235 Stunden um 13 Prozent über ihrem Soll von 212 Stunden. In unserem Land Brandenburg gab es etwa 225 Sonnenstunden. Berlin war mit seiner Durchschnittstemperatur von 20,0 °C das wärmste Bundesland.

 

Wegen der außergewöhnlichen Hitze gab es an verschiedenen Orten verheerende Waldbrände. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog - auf dem es schon mehrfach zu Bränden gekommen war - brach am 24. Juli erneut ein Feuer aus, das sich durch die Trockenheit rasch auf 130 ha ausbreitete. Die Löscharbeiten erwiesen sich als sehr schwierig. Auch bei uns im Schmerkendorfer Wald gab es in der Nacht zum 22. Waldbrände, die durch Brandstiftung entstanden waren. Ob der oder die Täter nur drei Tage später die Supermärkte in Falkenberg und Uebigau ebenfalls angezündet hatten, ist leider bis jetzt nicht erwiesen. Man kann nur hoffen, dass die Täter möglichst bald ermittelt und dann gerichtlich abgeurteilt werden! In diesem Zusammenhang Lob und Anerkennung für die Kameraden der Feuerwehren. Was sie zu leisten hatten, ging oft bis an die Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit!

Ich selbst war den Hitzetagen hierzulande für eine Woche entflohen. In Zinnowitz auf Usedom erlebte ich den Weltcup der Windsurfer. Eine spektakuläre Schau auf bewegten Meereswellen!

Fazit des Monat Juli: Der Klimawandel, von uns Menschen verursacht, ist längst Realität!

Dieter Lehmann