Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

Zu warm, zu trocken und oft sehr windig
In der Monatsbilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) - mit Sitz in Offenbach - wird der Juli 2016 als zu warm und etwas zu trocken bewertet. In unserem Land Brandenburg war es mit einer Durchschnittstemperatur von 19,5 °C ganz besonders warm. Mitteleuropa stand abwechselnd unter dem Einfluss von Hoch- und Tiefdruckgebieten, was im Sommer für unsere Breitengrade normal ist. Der Norden Deutschlands wurde immer wieder von schwachen Tiefausläufern gestreift, im Süden dagegen dominierte meist der Keil des sommerlichen Azorenhochs.
In der zweiten Monatsdekade sorgte

das Hoch „Burkhard“ für hochsommerliche Temperaturen. Am 11. Juli kletterte die Anzeige des Thermometers meiner kleinen privaten Wetterstation bis auf 33 Grad. In Falkenberg strömten erstmals die Badelustigen in Massen zum Kiebitzer See. Wassertemperatur: 22 Grad. Leider dabei immer wieder auffrischende Winde aus West und hoher Wellenschlag.
Ende des Monats kam es durch schwache Luftdruckgegensätze zu einer zweiten Warmphase mit schwüler Luft und örtlich heftigen Gewittern. Ein Unwetter zog am 27. über Wittenberg hinweg. Hier fielen innerhalb von zwei Stunden 97 Liter Regen pro Quadratmeter (l/m²). Straßen wurden überschwemmt, Autos standen bis zu den Motorhauben im Wasser. In Falkenberg hingegen fielen gleichzeitig nur leichte Regenschauer.
Der Juli war in Deutschland mit einer Durchschnittstemperatur von 18,6 Grad wieder einmal zu warm. Er lag um 1,7 Grad über dem Mittel der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Der beginnende globale Klimawandel setzt die ersten Warnsignale! Am 21. Juli wurde in Mitribah in Kuwait eine Temperatur von 54 °C gemessen. Es wurde in Nachrichten verkündet, dass dies die höchste jemals gemessene Lufttemperatur auf der Erde gewesen sein könnte. Doch ob es wirklich ein neuer Hitzerekord war, das ist umstritten.
Alles in allem war der Juli hierzulande doch sehr angenehm. Wer öfters, so wie ich, auf den Radwegen entlang der Schwarzen Elster unterwegs ist, konnte sich zu beiden Seiten des Asphalts an einer Blütenpracht sondergleichen erfreuen. Da leuchtete des große doldige Weiß der Wilde Möhre neben dem Blau von Natternkopf und Gemeiner Wegwarte. Darunter das milde Rot von Wiesen-Flockenblume und Karthäuser-Nelke. Hin und wieder sogar ein gelb-leuchtender Wiesen-Bocksbart. Man muss nur mit offenen Augen durch unsere Landschaften lustwandeln, um Glücksgefühle zu erleben! Wetter - egal welcher Art - ist dabei zweitrangig.

Dieter Lehmann