Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

Er war viel zu mild!

tn Kiebitzer3 gDie Wetterentwicklung im diesjährigen Januar verlief sehr gleichförmig, und das brachte einen Wintermonat, der alles andere war als ein Winter. Kräftige Tiefdruckgebiete zogen reihenweise über die nördliche Hemisphäre hinweg, auf dem Weg von Island über Lappland bis nach Nordrussland. Über Südeuropa hingegen erstreckte sich eine Hochdruckzone von der Iberischen Halbinsel bis zum Schwarzen Meer.

Zwischen diesen Luftdruckgegensätzen hatte sich eine starke Südwest-Strömung gebildet, die große Teile Europas mit sehr milder Luft überflutete. Dadurch gab es in den meisten Gebieten Deutschlands so gut wie keine Winterstimmung. In den weiten Ebenen des Flachlandes fiel kaum eine Flocke Schnee. So verlief der Monat deutlich zu mild, brachte nur geringe Regen-Niederschläge, dafür aber relativ viel Sonnenschein. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) in seinem monatlichen Wetterrückblick.
Mit 3,3 Grad Celsius (°C) lag der Temperaturdurchschnitt im Januar um 3,8 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Damit gehörte der Januar 2020 zu den zehn wärmsten seit Beginn der Messungen im Jahr 1881. Dem Januar 2020 fehlten mit rund 45 Liter Niederschlag je Quadratmeter (l/m²) rund 30 Prozent zum Soll von 61 l/m². An meiner privaten Wetterstation in Falkenberg sammelten sich sogar nur insgesamt 36 l/m². Der größte Teil des Regens fiel am 9. Januar. Nur in zwei Nächten - am 21. und 24 Januar - gab es leichte Nachtfröste.
Die Sonnenscheindauer im gesamten Deutschland lag mit durchschnittlich etwa 60 Stunden um 34 Prozent über ihrem Soll von 44 Stunden. Unser Land Brandenburg war das sonnenscheinreichste Bundesland und erreichte mit etwa 70 Stunden 156 Prozent des Solls von 44 Stunden.
Was sagt uns diese monatliche Wetterbilanz? Es wird wärmer auf unserer Erde. Wir alle spüren das, und wir sollten nachdenklich werden!

Dieter Lehmann