Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

Ein Monat mit Schneechaos in den Mittelgebirgen!

tn Reif guetzliDieser Januar 2019 hatte es in sich und wird in Erinnerung bleiben. Vor allem wegen der beängstigenden Bilder von den Schneelasten auf den Hausdächern in den Mittelgebirgsregionen und im Alpenraum.
Zwischen dem 6. und 15. Januar hatten Dauerschneefälle im Nordstau der Mittelgebirge und der Alpen für chaotische Verhältnisse gesorgt. Vor allem im Chiemgau versanken einige Orte völlig im Schnee. Örtliche Einsatzkräfte, Bundeswehr und freiwillige Helfer waren im Dauereinsatz, um einsturzgefährdete Dächer von den Schneemassen zu befreien.

Am 11. lagen in Ruhpolding 210 cm Schnee. Die Austragung der traditionellen Biathlon-Rennen war gefährdet. Aber es gelang dennoch, die Laufstrecken und die Zuschauertribünen vom Schnee zu beräumen. Und so konnten die Fans am 20. Januar den Sieg der Biathletin Franziska Preuß im Massenstart bejubeln, die damit den ersten Weltcup-Sieg ihrer Karriere feiern konnte.
Vom 18. bis zum 25. bestimmte das Hoch „Brigida“ mit kälterer Luft das Wettergeschehen in Deutschland, und es gab Tage mit Dauerfrost. In Falkenberg war es am 23. kurz nach 16.00 Uhr mit minus 5,3 Grad am kältesten. Der Kiebitzer See war erstmalig flächendeckend zugefroren. Sven Plöger - der wohl bekannteste Meteorologe in Deutschland - hat beobachtet, dass die Hoch- und Tiefdruckgebiete durch den Klimawandel immer stabiler liegen und damit immer häufiger für langanhaltende Trocken- oder Regenperioden sorgen. So wie das im Dürrejahr 2018 der Fall war.
Der Temperaturdurchschnitt im Januar lag mit 0,6 Grad Celsius um 1,1 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Es war also, jahreszeitlich gesehen, abermals zu warm. Dagegen erreichten die Niederschläge mit knapp 80 Liter pro Quadratmeter etwa 127 Prozent seines Solls von 61 Litern. Das war gut für die ausgetrockneten Böden. Die Grundwasserstände konnten sich so wieder langsam normalisieren. In unserem Land Brandenburg lag die monatliche Durchschnittstemperatur bei 1,2 °C und die Niederschlagsmenge betrug 50 l/m². Beide Werte lagen damit leicht über den Durchschnitt.
Pech hatten wir allerdings am 21. Januar, als es eine totale Mondfinsternis gab. Der sogenannte Superblutmond trat um 4.34 Uhr (MESZ) in den Kernschatten der Erde und hatte dabei mit 357 340 Kilometern seine geringste Distanz von der Erde erreicht. Doch in unseren Regionen war dieses imposante Naturschauspiel leider nicht zu beobachten. Der herrschende Hochnebel hatte den Mond total unsichtbar gemacht. Leider!

 

Dieter Lehmann