Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

Wieder einmal: Zu wenig Niederschläge!

tmb januar Hurra, endlich ein Wintermonat wie in alten Zeiten! Schnee und Sonnenschein im Januar, das war Wintervergnügen pur!
Hatte sich das Jahr 2016 zu Silvester zwar mit geringer Kälte aber noch schneelos verabschiedet, begann das neue Jahr mit einem so richtig winterlichen Januar. Tiefdruckgebieten zogen über Deutschland hinweg und brachten in unserer Region mäßige Niederschläge, die als Schnee fielen.

Ab 5. Januar folgten Hochdruckgebiete, die den Zustrom kalter Festlandsluft aus Nordosten einleiteten und uns die Kälte brachten. Die Nächte am 6. und 7. Januar waren in Falkenberg mit jeweils minus 9 Grad am kältesten, wobei die Schneebedeckung nur bei mäßigen 4 Zentimetern lag. In den deutschen Mittelgebirgen war es jedoch bedeutend kälter und reichlich Schnee war gefallen. Die Wintersportorte frohlockten, denn ähnlich günstige Wintersportbedingungen hatte es seit mehreren Jahren nicht mehr gegeben. Im bayerischen Reit im Winkl gab es eine Schneehöhe von über 70 Zentimeter, und am 7. Januar wurde mit -26,3 ° C die kälteste Nacht in Deutschland gemessen.
Danach wurde es für einige Tage vorübergehend milder, und das Tief „Egon“ brachte erneut Niederschläge, die als Schnee fielen. In Falkenberg fielen am 15. und 16. Januar insgesamt 12 cm Neuschnee. Unter dem folgenden Einfluss der Hochdruckgebiete „Brigitta“, „Christa“ und „Doris“ wurde es wieder kälter, aber dafür schien die Sonne ungehindert zu uns herab.
Ich unternahm am 17. Januar einen ausgedehnten Spaziergang entlang der Schwarzen Elster und durch das Waldgebiet des „Schweinert“. Ich sah einen Seeadler fliegen, im leider kanalartigen Fluss schwammen nur einige Schellenten. Früher hatte es dort noch ganz anders ausgesehen. Da gab es beidseitig dichten Uferbewuchs, und auf den langgestreckten Wasserflächen tummelten sich zahlreiche Wasservögel unterschiedlicher Arten. Aber das war einmal - leider!
Insgesamt gesehen war der Januar seit sieben Jahren wieder einmal so richtig winterlich kalt. Seine Durchschnittstemperatur von -2,3° C lag um 1,8 Grad unter der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Doch leider fielen mit rund 44 Liter Niederschlag pro Quadratmeter nur etwa 73 Prozent des vieljährigen Durchschnitts. Unser Land Brandenburg war mit 35 l/m² sogar noch niederschlagsärmer. Dafür war es ein überaus sonniger Januar. Viele Tage unter Hochdruckeinfluss brachten in Deutschland etwa 75 Stunden Sonnenschein. Damit gehörte der Monat zu den vier sonnenscheinreichsten Januarmonaten seit Beginn solcher Messungen im Jahr 1951.
Ein Ausblick auf den Februar lässt zunächst Temperaturmilderung erwarten. Es wird Tauwetter geben - aber hoffentlich auch reichlich Regen dazu!

Dieter Lehmann