Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

Es wird wärmer auf der Erde

auch in Deutschland!


Die von so vielen Menschen herbei gewünschte „Weiße Weihnacht“ gab es auch im vergangenen Jahr nicht. Stattdessen an beiden Feiertagen Plusgrade zwischen acht und zwölf Grad. Dazu sehr windig, bis Windstärke acht.
Das Wetter im Dezember war wieder einmal fast durchgängig zu warm. In den wechselnden Wetterphasen kam es unter Hochdruckeinfluss zwar an einigen Tagen zu Nachtfrösten bis minus 4 Grad Celsius, doch die Tageshöchsttemperaturen lagen in meiner Heimatstadt Falkenberg an insgesamt 19 Tagen zwischen 5 und 12° C. Zu nennenswerten Regenfällen kam es nur am 1., 11. und 18. Dezember, so dass die Gesamtniederschlagsmenge im Dezember mit nur 36 Liter pro Quadratmeter (l/m²) abermals viel zu gering war.

Bei einem Gesamtwetterrückblick auf das Jahr 2016 zeigt sich erneut eine Tendenz, die uns nachdenklich machen sollte. Die Jahresdurchschnittstemperatur in Deutschland war mit 9,6 °C um 1,4 Grad wärmer als das Mittel der international gültigen Referenzperiodevon 1961 bis 1990. Den Temperaturrekord hält das Jahr 2014 mit 10,3 °C. Dieser Wert ist sehr wahrscheinlich nur der bisherigen Höhepunkt einer fortschreitenden Entwicklung. Der 5. Sachstandsbericht des Weltklimarates (IPCC) lässt für den weiteren Verlauf dieses Jahrhunderts eine weitere deutliche Klimaerwärmung erwarten.

Obwohl es in der ersten Jahreshälfte in Deutschland ausreichende Niederschläge gab, blieb das Jahr 2016 insgesamt zu trocken. Es fielen nur 93 Prozent der im Jahr typischen Niederschlagsmenge. Es war damit das sechste zu trockene Jahr in Folge. Im Land Brandenburg fielen prozentual gesehen sogar noch weniger Niederschläge. Aber mit 1735 Stunden Sonneneinstrahlung war Brandenburg das sonnenscheinreichste Bundesland!
Wettermäßig gesehen war im Jahr 2016 alles dabei, was der Wettergott so zu bieten hat.
Zu Jahresbeginn gab es im Nordosten Deutschlands klirrende Kälte. Sogar Teile der Ostsee waren zugefroren. Am 18. Januar wurde in Oberstdorf, der südlichsten Gemeinde Deutschlands, mit minus 23,5 °C die tiefste Temperatur des Jahres 2016 gemessen. Es gab verheerende Stürme, wie zum Beispiel am Rosenmontag. Wegen der Sturmwarnungen musste in Düsseldorf der Rosenmontagszug abgesagt werden. Die Eisheiligen machten Mitte Mai ihrem Namen alle Ehre und erst Ende Mai vollzog sich die Wende auf der Wetterbühne. Der Frühsommer begann wie in den Tropen. Mit schwülwarmer Luft entluden sich an vielen Orten schwere Gewitter, die enorme Regenmengen mit sich führten. Am 29. Mai wurden die bayerischen Orte Simbach und Braunsbach traurigen Schauplätze katastrophaler Überflutungen und Schlammlawinen. Dort fielen in 48 Stunden mehr als 180 Liter Regen pro Quadratmeter. In anderen Regionen Deutschlands bildeten sich tiefschwarze Tornadowolken. 20000 Blitze schlugen ein. Eine dramatische Woche! Es gab elf Todesopfer in Deutschland.
Die Monate Juni und Juli waren insgesamt unbeständig und an vielen Tagen zu kühl. Erst die ab August stabil über Deutschland lagernden Hochdruckgebiete brachten hochsommerliche Temperaturen. Ende des Monats brachte uns eine Hitzewelle ins Schwitzen. Am 27.8. kletterte die Temperatur in Saarbrücken-Burbach auf 37,9 °C, der gemessene Höchstwert im Jahr 2016. Danach ging es ungewöhnlich warm und sonnig weiter. Der September zählte zu den drei wärmsten Monaten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen aus dem Jahr 1881. So war das vergangene Jahr wettermäßig gesehen sehr ereignisreich und voller widersprüchliche Momente. In der Silvesternacht war es in Falkenberg relativ kalt - minus 2,1 °C. Eine scherzhafte Wetterregel prophezeit: Gefriert`s zu Silvester in Berg und Tal, ist`s dieses Jahr das letzte Mal.
Dieter Lehmann