Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

Sonne pur, doch auch sehr kalte Tage!

tn IMG 6790Die monatlichen Wetterlagen im Januar und Februar hätten gegensätzlicher kaum sein können! Der Januar noch wolkenverhangen, regnerisch und sonnenscheinarm, aber trotzdem viel zu warm. Der Februar hingegen niederschlagsarm, tagsüber fast immer Sonnenschein, die Nächte jedoch frostkalt.
In den ersten Februartagen hatte sich die Wetterlage über Europa komplett umgestellt. Über Nordeuropa baute sich hoher Luftdruck auf, so dass die atlantischen Tiefdruckausläufer nicht mehr über Mitteleuropa hinwegziehen konnten.

Am 4. und 5. Februar gab es die ersten Schneefälle in diesem Jahr. In unseren Regionen fiel allerdings nur relativ wenig der weißen Pracht; die Schneehöhen erreichten nur etwa 10 Zentimeter. Dafür fiel umso mehr in den Mittelgebirgen und in Alpen. Die Wintersportler jubelten. Doch es gab auch Orte, die durch Extrem-Schneefälle total unzugänglich wurden, so beispielsweise Zermatt in der Schweiz.
Danach nahmen die Niederschläge in Deutschland ab und immer öfter zeigte sich die Sonne. Sie sorgte tagsüber im Flachland für Plusgrade, während in den klaren Nächten von nun an leichter bis auch strenger Frost auftrat. So wurden am 14. Februar in Oberstdorf -20,3 °C gemessen. Abgesehen von der Zugspitze war das deutschlandweit der tiefste Wert des Monats. In den vier letzten Februartagen kam es durch einfließende Kaltluft aus Nordost auch in unseren Regionen in den Nächten vielfach zu zweistelligen Minusgraden. Am 27. zeigte mein Thermometer eine nächtliche Tiefsttemperatur von -13,6 °C an. Auch tagsüber blieben Minusgrade, und es kam somit zu Dauerfrösten.
Deshalb erlebten wir einen ungewohnt kalten Februar 2018. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD), blieb er um -2,7 Grad unter dem Wert gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010. Im Land Brandenburg und in Berlin gab es ebenfalls einen extrem trockenen und außergewöhnlich sonnenscheinreichen Februar. Die In Brandenburg erreichte die Niederschlagsmenge mit knapp 5 l/m² nur 13 Prozent des Solls. Die Sonnenscheindauer mit insgesamt 135 Stunden erreichte sogar 190 Prozent des Solls von 70 Stunden.
Für mich persönlich brachte der Februar einige unvergessliche Erlebnisse. Erstaunlich für mich, dass der Kiebitzer See, trotz eisiger Nachttemperaturen, teilweise eisfrei geblieben war. Im nordöstliche Teil gab es eine relativ große offene Wasserfläche, in der sich verschiedene Wasservogelarten tummelten. Über 300 Stockente zählte ich, etwa 30 Graugänse, ein Höckerschwan, sowie als absolute Rarität eine kleine Schar von acht Gänsesäger - Wintergäste aus dem Norden Europas.

Dieter Lehmann