Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

Badefreuden pur, doch leider abermals kaum Regenfälle

Regen in der Leipziger RE Bull Arena – aber nicht bei uns in Falkenberg!Fast konnte man denken, am sonnigen Mittelmeer seinen Urlaub zu verbringen. Denn mit Hitze und viel Sonne erreichte der hinter uns liegende Monat August Wetterbedingungen wie in südlichen Urlaubsländern.

Auch der August reihte sich fast nahtlos in die bereits im April begonnene Serie extrem warmer, trockener und sonnenscheinreicher Monate ein. Der Zeitraum von April bis August war in diesem Jahr der wärmste, aber leider auch einer der niederschlagsärmsten seit Beginn regelmäßiger Messungen.

In zahlreichen Gebieten - und ganz besonders in in den südlichen Regionen des Landes Brandenburg - hatte das katastrophalen Auswirkungen auf die Natur und Landwirtschaft. Der Astronaut Alexander Gerst war schockiert, als er Deutschland aus der Raumstation ISS sah: „Alles vertrocknet und braun, was eigentlich grün sein sollte!“

 

Mit der Durchschnittstemperatur von 21,0 Grad Celsius (°C) war das Land Brandenburg im August 2018 das zweitwärmste und mit etwa 280 Stunden das zweitsonnigste Bundesland. Für die landwirtschaftlichen Betriebe entstanden Schäden in Milliardenhöhe. Deren Hilferufe an die staatlichen Behörden, für finanziellen Ausgleich zu sorgen, blieben leider ohne die erforderlichen Reaktionen.

Mit rund 20,0 °C lag der Temperaturdurchschnitt in Deutschland um 3,5 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Damit gehört der August 2018 nach 2003 und neben 2015 zu den drei wärmsten seit dem Beginn von Messungen im Jahr 1881. Schon Anfang des Monats setzte sich die Ende Juli begonnene extreme Hitze fort. An meiner privaten Wetterstation in Falkenberg konnte ich insgesamt 13 Tage mit über 30 °C messen. Am wärmsten mit 36,6 °C war der 9. August. An diesem Tag trocknete die Schwarze Elster zwischen Kleinkoschen und Senftenberg auf mehr als 4 km völlig aus. Am 23. entstand südlich von Potsdam ein riesiger Großbrand, der über 200 Hektar Wald vernichtete. Erst zum Monatsende sorgte kühlere Luft für angenehmere Tage und herbstlich frische Nächte.
Der August 2018 lag mit bundesweit etwa 250 Stunden Sonnenschein um 27 Prozent über seinem Soll von 197 Stunden und gehört damit zu den fünf sonnigsten seit Messbeginn 1951. Aber leider fehlte der Regen! In Falkenberg konnte ich nur 22 Liter pro Quadratmeter messen. Viel zu wenig, um die seit April anhaltende Dürre wenigstens zu mildern.

Als ich am 30. April mit Freunden in der Leipziger Red Bull Arena (früher Zentralstadion) das sehr dramatische Fußballspiel RB Leipzig gegen den FC Luhansk erlebte, regnete es fast während des gesamten Spieles. Bei der Rückfahrt war die Nässe bis Torgau zu sehen. Doch jenseits der Elbe war es so trocken wie all die Tage zuvor! Unwillkürlich musste ich fragen: Wofür werden wir bestraft? Aber ich bin mir sicher, in kommenden Jahren wird es noch viel wärmer werden!

Dieter Lehmann