Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

April, April – der macht's wie er will!

Erst frühsommerlich warm, dann kälter

tn IMG 6734Ich erlebte den 1. April wie einen Aprilscherz! Denn ich wagte mein erstes kurzes Bad im Kiebitzer See: Lufttemperatur 22° C , Wasser 10° C. Also Sonne pur und ein Tag zum Wohlfühlen!
Aber der April zeigte schon bald seinen wahren Charakter.

Zunächst setzte sich bei hohem Luftdruck die im März begonnene sehr warme und trockene Witterung fort. Dann jedoch führten Tiefdruckgebiete von Norden her im zweiten Monatsdrittel zunehmend kältere Luft heran. Das viertägige Osterfest in der Monatsmitte wurde so wettermäßig leider sehr unangenehm. Bei leichten bis mäßigen Nachtfrösten gab es teilweise bis ins Flachland leichte Schneefälle. Dazu war es oft sehr windig. 

Im Monatsdurchschnitt lag die Temperatur knapp unterm Sollbereich. Mangelnde Niederschläge und immer wieder Nachtfröste stellten eine erhebliche Belastung der Pflanzenwelt dar. Das war in der Region unseres Elbe-Elster Kreises ganz besonders nachteilig. In einer kurzen RUNDSCHAU-Meldung beklagte sich Dorsten Höhne, Chef des Kreisbauernverbandes: „Viele Felder sehen schon fleckig aus. Wenn es nicht bald länger anhaltend regnet, sind Verluste vor allem beim Getreideanbau schon vorprogrammiert.“
Deutschlandweit lag die Mitteltemperatur im April mit 7,5 Grad Celsius (°C) gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 um 0,8 Grad unter dem Durchschnitt. Während die Niederschläge in Süddeutschland sogar über dem Soll lagen, spitzte sich im Osten Deutschlands die schon länger anhaltende Trockenheit weiter zu. Im Land Brandenburg betrug die Niederschlagsmenge knapp 30 l/m². An meiner privaten Wetterstation in Falkenberg konnte ich im gesamten April sogar nur eine Niederschlagsmenge von 18 l/m² messen. Für die Verhältnisse eines Frühjahres fast schon eine Katastrophe!
Aber ich erlebte auch Erfreuliches im April. Als ich am 28. April im Gebiet der alten Falkenberger Kläranlage auf Morgenpirsch war, tauchte plötzlich aus einem grasbewachsenen Erdhaufen ein Jungfuchs auf. Er blinzelte mich im wärmenden Sonnenlicht erstaunt an und blieb sitzen, als ich meine Kamera auf ihn richtete. Selbst das mehrfache Auslösen beim Fotografieren störte ihn nicht im geringsten. Woran man wieder einmal erkennen kann – im Kindesalter ist das Leben noch voller Abenteuer; Gefahren gibt es da noch nicht!

 

 Dieter Lehmann