Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

Der zwölfte zu warme Monat in Folge

tn Kraniche gAm 31. März dieses Jahres war wieder einmal ein Tag der Zeitumstellung. Unsere Uhren wurden um eine Stunde vorgestellt. Der Tag hatte also statt 24 nur 23 Stunden. Welch ein menschengemachter Unsinn! Aber ab dem Jahr 2021 soll ja damit Schluss sein. Das kann man nur begrüßen, denn wir Menschen können die Zeit, die mit uns unaufhaltsam voranschreitet, nicht mutwillig manipulieren!
Ganz anders ist das beim Wetter. Durch die Art und Weise, wie wir gegenwärtig leben, verändern wir die Wetterabläufe. Der hinter uns liegende März war der zwölfte zu warme Monat in Folge. Mit 6,6 Grad Celsius (°C) lag der Temperaturdurchschnitt um 3,1 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Was sind die Ursachen für diese Erwärmung? Das Klima auf unserer Erde verändert sich. Die Durchschnittstemperaturen erhöhen sich. Seit einigen Monaten demonstrieren in den Großstädten jeweils am Freitag Tausende junge Menschen unter dem Motto „Friday for Future" für den Klimaschutz. Die 16-jährige schwedische Schülerin Greta Thunberg hat eine Bewegung in Gang gesetzt, die für uns alle ein Signal sein sollte!
Das Wetter in Deutschland hatte im März einen ganz anderen Charakter als im Februar. Die in der ersten Monatsdekade noch herrschenden Hochdruckgebiete zogen nach Südosten ab und machten den Weg für Tiefdruckgebiete frei, die in rascher Folge vom Atlantik über Nordeuropa hinwegzogen. Sie führten vor allem feuchte und meist sehr milde Luft heran. Aber es war oft sehr windig, nicht selten sogar stürmisch. Die Stürme „Bennet“ am 4. und „Eberhard“ am 10. März richteten örtlich große Schäden an.
Mitte des Monats beeinflussten dann wieder Hochdruckgebiete das Wettergeschehen. Sie lenkten warme aber meist trockene Luft zu uns. Somit verlief der März insgesamt deutlich zu mild bei ausgeglichener Sonnenscheindauer. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach den Auswertungen seiner rund 2000 Messstationen.
Die Niederschläge in unseren Regionen lagen leicht über die durchschnittlichen Werte. Das war gut für unsere Landwirtschaft, wenn auch die Niederschlagsdefizite des vergangenen Jahres damit nicht ausgeglichen werden konnten. Im Land Brandenburg fielen knapp 55 Liter pro Quadratmeter (l/m²). An meinem Messgerät in Falkenberg waren es nur 50 l/m². Temperaturmäßig erlebte ich am 23. März meinen ersten Jahreshöhepunkt. Bei Sonnenschein und 19 Grad Lufttemperatur ging ich zum ersten Mal im Kiebitzer See baden. Die Wassertemperatur lag bei 7,9 Grad - ich musste mich zum Schwimmen schon überwinden!

 

Dieter Lehmann