Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

Ein Februar mit Frühlingsgefühlen

Ringeltaube gDer Februar 2019 war ein Monat der Wetterrekorde: extrem warm und sonnenscheinreich, dazu leider abermals mangelnde Niederschläge! Es war seit April 2018 der bisher elfte überdurchschnittlich warme Monat in Folge. Mit 3,9 Grad Celsius (°C) lag die Temperaturdurchschnitt im Februar um 3,5 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Ursache für diesen wettermäßig extremen Februar waren auch diesmal zahlreiche festliegende Hochdruckgebiete über Mitteleuropa. In den oft klaren Nächten kühlte sich die Luft stark ab; sobald jedoch die Sonne am Himmel aufstieg, wurde es frühlingshaft warm.
Sven Plöger, Diplom-Meteorologe und ARD-Wettermann, meint: "Der Trend ist klar erkennbar. Wir werden uns an extreme Wetterlagen gewöhnen müssen". Der sogenannte „Jetstream“ - das ist der Starkwindgürtel, der in 8 bis 12 Kilometern Höhe von Westen nach Osten weht - hat sich in den letzten Jahren deutlich verlangsamt. Dadurch werden die Hoch- und Tiefdruckgebiete länger an ein und derselben Stelle festgehalten. Das verursacht regional anhaltende Hitzewellen und zeitgleich in anderen Regionen gewaltige Niederschläge. Diese wetter-mäßigen Entwicklungen erlebten wir hierzulande im hinter uns liegenden „Dürrejahr“ 2018. An vielen Messstellen des Deutschen Wetterdienstes wurden in diesem Jahr neue Tageshöchsttemperaturen für den Februar gemessen. Dieser Monat - eigentlich ein Wintermonat - blieb auch in unseren Regionen ohne Schneefälle. Ich hatte wie in jedem Winterhalbjahr meinen Schneeschieber in greifbarer Nähe stationiert. Doch das war unnötig. Es gab keinen Schnee! Dafür konnten wir in den wenigen Nächten mit stärkeren Frösten frühmorgens herrliche Rauhreifbilder erleben, so wie es in Falkenberg am 23. Februar der Fall war.
Niederschlags-mäßig erreichte der Februar mit rund 30 Liter pro Quadratmeter (l/m²) nur 60 Prozent seines Solls von 49 l/m². In unserem Land Brandenburg fielen sogar nur 25 l/m² statt der durchschnittlichen Werte von 33 l/m². Diese Niederschlagsdefizite sind beängstigend. Steht uns erneut ein Dürrejahr bevor?
Mit rund 130 Stunden Sonnenschein kam der Februar 2019 auf beeindruckende 179 Prozent seines Solls von 73 Stunden. Er überbot damit den Februar 2003, der bisher mit 129 Stunden an der Spitze dieser Statistik gelegen hatte. In Brandenburg und Berlin schien die Sonne rund 120 Stunden statt des durchschnittlichen Wertes von 70 Stunden.
Frühlingsgefühle stellten sich bereits bei einigen Vogelarten ein. So wie bei der Ringeltaube, die ich auf meiner Terrasse fotografieren konnte.