Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

Badewetter statt Herbststimmung

tn APDC0002 guetzliDieser hinter uns liegende Monat war wettermäßig abermals sehr ungewöhnlich. Durch langanhaltenden Hochdruckeinfluss konnten sich die für Oktober herbstlich typischen Tiefdruckgebiete über Mitteleuropa nicht ausbreiten. So kam es deutschlandweit zu einem überaus sonnenscheinreichen und sehr warmen Oktober. Weil gleichzeitig aus südwestlicher Richtung ungewöhnlich warme und trockene Luftmassen zu uns strömten, wurde die seit April anhaltende extreme Dürre weiter verschärft.

Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.
Der bundesweite Temperaturdurchschnitt lag im Oktober mit 10,7 Grad Celsius (°C) um 1,7 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Statt Herbststimmung also noch einmal Sommer und Temperaturen von über 20 °C. In der Region um Falkenberg gab es bis zum 17. Oktober insgesamt 12 derartige Sommertage. Am wärmsten war es am 13. Oktober mit einer Tageshöchsttemperatur von 26,5 °C. Hauptverantwortlich dafür war ein festliegendes Hochdruckgebiet mit dem Namen „Viktor“.
Mit rund 28 Liter Niederschlag pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der Oktober in Deutschland nur etwa die Hälfte seines Solls von 56 l/m². Ich konnte an meinem Regenmesser in Falkenberg sogar nur insgesamt 25 l/m² registrieren. Es hatte zur Folge, dass die seit April anhaltende Trockenheit sich weiter verstärkte. Staubtrockene Feldfluren, erneut zahlreiche Waldbrände. Viele Bäche führten kein Wasser mehr. Die Pegel der größeren Flüsse sanken auf Rekordniveau. Auf der Elbe konnten keine Schiffe mehr fahren.
Erst am 24. Oktober änderte sich diese Wettersituation, als größere Regengebiete vor allem Süddeutschland überquerten. Wir im Elbe-Elster Kreis bekamen von den Ausläufern des Tiefs „Tina“ nur einen Rest des Regens ab. Immerhin waren es in Falkenberg 17 l/m². Völlig unerwartet schossen drei Tage später die ersten Speisepilze aus den bis dahin völlig ausgetrockneten Böden: Hallimasch, Riesenschirmling und Champignons.
Kurios jedoch der plötzliche Wetterumschwung am 30. Oktober! Betrug die Tageshöchsttemperatur einen Tag vorher - also am 29. Oktober - nur 5 °C, stiegen durch Warmluftzufuhr aus Südwesten die Temperaturen in der Nacht zum 30. sprunghaft bis auf 19 °C. Die von den Wettervorhersagen angekündigten 23 Grad wurden in Falkenberg allerdings nicht erreicht.

 

 

Dieter Lehmann