Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

Durch den Horstbau am Kiebitz ermutigt, wurden durch den Falkenberger Naturschutzverein - zumeist auf Initiative von Günter Göritz - von 1985 bis 2012 zahlreiche weitere Nisthilfen für Weißstörche errichtet: in Bomsdorf, Uebigau, Uebigau-München, Wiederau, Neudeck, Kleinrössen, Fermerswalde, Rehfeld und drei weitere in Falkenberg. Nicht auf allen der neu aufgebauten Horsten siedelten sich die Störche an. Einige sind sogar bis heute unbesetzt geblieben. Aber es gab überwiegend Erfolge!

Ein 1988 aufgebauter Horst am Ortsrand von Bomsdorf wurde von den Störchen sofort angenommen, wenn auch die Brut im ersten Jahr erfolglos blieb. Doch seitdem brüten sie dort ununterbrochen. Von 1990 bis 2012 wurden insgesamt 65 Junge in diesem Horst flügge; im Jahr 2008 sogar eine Brut mit fünf Jungen. Aber dieser Horst hat mit den umliegenden, ausgedehnten Wiesenflächen der Elster-Niederung natürlich einen ganz besonderen Standortvorteil!
1992 wurde in Fermerswalde der absturzgefährdete Horst vom Dach einer Scheune entfernt und durch eine freistehende Nisthilfe ersetzt. Die Störche akzeptierten den neuen Standort sofort und brüten dort bis heute. Ganz anders hingegen war es bei der im gleichen Jahr errichteten Nisthilfe auf dem Dach des Trafo-Häuschens im Ortsteil Kiebitz. Zwar landeten dort immer wieder Störche, doch gebrütet haben sie dort leider niemals.
Zu einem spektakulärem Horstbau hatten wir uns 1995 entschlossen. Weil in dem Jahr die neue Kläranlage bei Uebigau in Betrieb genommen worden war, hatte die alte Kläranlage in Falkenberg Nord ihre Funktion verloren. Vor langer langer Zeit brüteten Störche fast ausschließlich auf Bäumen. Erst viel später näherten sie sich uns Menschen an und haben ihre Horste auf den Dächern von Gebäuden, auf Schornsteinen und Strommasten errichtet. 1995 gab es im Altkreis Herzberg nur noch in Polzen eine Baumbrut, auf einer Erle. Heute gibt es in unserer Region keinen einzigen derartigen Brutplatz mehr.

Weil im Umfeld der stillgelegten alten Falkenberger Kläranlage, mit den Wiesen rings um die Wallberge, ein idealer Lebensraum für Störche vorhanden ist, hatte Günter Göritz die Idee, es wieder einmal mit einem Baumhorst zu versuchen. Hoch oben, auf eine am Waldrand stehende Erle, befestigten wir ein Wagenrad, polsterten es mit Ästen und Grasbüscheln aus und bespritzten es als Letztes mit weißem Kalk. Damit soll den Störchen der Eindruck eines schon einmal benutzten Nestes vermittelt werden. Wir hatten Erfolg! Bereits im folgenden Jahr war ständig ein Storchenpaar auf dem Horst. 1997 und 1998 brüteten die Störche, je zwei Junge wurden flügge. Doch leider war es das. Aus unbekannten Gründen nahmen die Störche diesen Baumhorst nicht mehr an. Einige Jahre später wurde der Horst samt Baumwipfel durch einen Sturm abgeworfen.