Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

Seitdem es in Falkenberg eine organisierte Naturschutzarbeit gibt, wurde die Betreuung der Weißstörche stets besondere Bedeutung beigemessen.
„Freund Adebar“, wie die Störche zuweilen genannt werden, hat sich uns Menschen angenähert. Er brütet in Dörfern und Städten, auf Hausdächern, Schornsteinen und Nisthilfen.

Im Frühling eines jeden Jahres erwarten die Menschen, in deren Nähe sich ein Horst befindet, sehnsüchtig die Rückkehr „ihrer Störche“. Die Weißstörche sind so zu einem Symbolträger des Naturschutzes geworden, weshalb sie auch völlig zu Recht das Wappentier des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) sind.
Keine andere Vogelart wird in ihren Beständen so genau beobachtet und erfasst, wie der Weißstorch.
Für den Kreis Herzberg liegt uns die erste Weißstorchzählung aus dem Jahr 1966 vor, die vom damaligen Kreisnaturschutz-Beauftragten Fritz Höler dokumentiert wurde. Aus 14 besetzten Horsten flogen 41 Junge aus. Von 1970 bis 1977 liegen Bestandserfasungen von Heinz Brosche vor, ebenfalls Kreisnaturschutz-Beauftragter. Von 1981 bis 1987 war Kreisnaturschutz-Beauftragter Horst Kossack aus Herzberg zuständig und von 1988 bis 1990 Rudolf Gutewort, ebenfalls aus Herzberg. Er war zu jener Zeit der DDR beim Rat des Kreises Herzberg für Jagdwesen und Naturschutz zuständig. Die Bestandserfassungen von 1990 bis 1995 machte er in ehrenamtlicher Funktion.
Ab 1996 übernahm der Falkenberger Naturschutzverein „Elsteraue“ die Betreuung der Weißstörche. Franz Pauliuk aus Uebigau wurde als offizieller Weißstorch-Betreuer für den Altkreis Herzberg berufen. Über 12 Jahre übte er diese Funktion aus und setzte dabei neue Maßstäbe des Handelns.
Die Weißstorch-Bestände in unserer Region hatten sich von 1982 bis 2004 in unterschiedlichen Sprüngen deutlich erhöht. So wurden beispielsweise 1981 in nur acht besetzten Horsten 17 Jungstörche flügge - das war absoluter Minusrekord. Über zwanzig Jahre später, im Jahr 2004 wurde mit 90 ausgeflogenen Jungstörchen aus 31 besetzten Horsten das bisherige Rekordergebnis registriert. Seitdem stagnieren die durchschnittlichen Bestandszahlen, jedoch auf einem relativ hohen Niveau.