Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

tmbIMG 3732Der Falkenberger Naturschutzverein „Elsteraue“ hat am 25. und 26. Januar ein neues Biotop nordöstlich von Falkenberg im Feuchtgebiet der Kiebitzer Bruchwiesen geschaffen. Mit einem Bagger wurde ein sich künftig zu entwickelndes Flachgewässer mit einer Größe von 40x50 Meter und mit einer durchschnittlichen Tiefe von 30 Zentimetern ausgehoben. Die dabei abgebaggerten Erdmassen wurden mit Fahrzeugen der Agrargenossenschaft Beyern abgefahren, um sie später auf minderwertige Feldfluren zur Bodenverbesserung zu verteilen.

Die Kiebitzer Bruchwiesen waren ursprünglich ein Moor- und Sumpfgebiet, das von 1951 bis 1953 durch Meliorationsmaßnahmen entwässert wurde. Danach wurden die Flächen durch Mutterböden, die bei der Erweiterung des Kiesabbaugebietes Kiebitzer Baggerteich abgetragen wurden, teilweise erhöht. So entstand ein Feuchtwiesengebiet, welches gegenwärtig von der Agrargenossenschaft Beyern als Mähwiese zur Grünfutter- und Heugewinnung genutzt wird.
Ein Flachgewässer - gut besonnt und mit schwankendem Wasserstand - bietet Lebensräume für bestimmte Tier- und Pflanzenarten. Auch als Nahrungshabitat für verschiedene Vogelarten, Lurche und Kriechtiere, für Libellen und zahlreiche weitere Insektenarten hat das neu geschaffene Flachgewässer einen hohen ökologischen Wert. Weißstörche werden dort künftig auf Nahrungssuche unterwegs sein, Kraniche können später einmal das Flachgewässer als Schlafplatz nutzen. Und in den Uferbereichen könnten sich vom Aussterben bedrohte Kiebitze und möglicherweise sogar Bekassinen und Brachvögel ansiedeln.
Es war für den Falkenberger Naturschutzverein „Elsteraue“ nicht leicht, dieses Vorhaben organisatorisch zu verwirklichen und vor allem auch finanziell abzusichern. Die zuerst angedachte Finanzierung durch eine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme scheiterte an der Uneinsichtigkeit der in Frage kommenden Personen und Behörden. Dankenswerterweise fanden sich mit der Linden-Apotheke Falkenberg und der UESA GmbH Uebigau zwei Sponsoren, die uns mit Teilbeträgen zur Seite standen.

Vielen Dank dafür!

Dies auch an den Gräfendorfer Bauunternehmer Jörg Schulze für Baggerarbeiten, und vor allem an die Agrargenossenschaft Beyern, die uns kostenfrei die benötigte Fläche zur Verfügung stellte.
Allerdings ist die Fläche der vorgenommenen Ausbaggerung gegenwärtig nur zum Teil mit Wasser gefüllt. Weil es in den vergangenen beiden Jahren zu wenig geregnet hat, ist im Feuchtgebiet der Kiebitzer Bruchwiesen der Grundwasserstand deutlich gesunken. Es bleibt nun der Natur überlassen, wie sich das neu geschaffene Biotop entwickeln wird. Wir Falkenberger Naturschützer werden in einem mehrjährigen Monitoring die ökologische Fortentwicklung des Flachgewässers beobachten und dokumentieren.


Dieter Lehmann