Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

Maik Korreng beim Zusammenbau vorgefertigter Fledermauskästen. Alexander Rankl und Sohn Tom-Niclas (Bildmitte) halfen dabei und schraubten sich danach selbst einen zusammen.Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Tagsüber und in den Wintermonaten schlafen sie in ihren Verstecken. Doch wenn die Dunkelheit kommt, dann beginnt ihr aktives Leben. Bei ihren nächtlichen Jagdflügen stoßen sie artspezifische Ultraschallrufe aus, die man mit speziellen Detektoren hörbar machen kann. Durch ihre besonderen Lebensraumansprüche gehören die Fledermäuse zu den gefährdeten Tierarten. In Deutschland fliegen 25 Fledermausarten durch die Nächte, im Land Brandenburg sind es nur 19 verschiedene Arten.


Maik Korreng übergibt die NABU-Ehrentafel „Lebensraum Kirchturm“ an Pfarrer Andreas BechlerAm vergangenen Sonnabend ging im Falkenberger Haus des Gastes die „11. Fledermausnacht Elbe-Elster“ über die Bühne. Diese Veranstaltung wurde von Maik Korreng aus Massen bei Finsterwalde organisiert. Fledermäuse sind seit über 15 Jahren seine Leidenschaft. Für seinen ehrenamtlichen Einsatz für die nachtaktiven Säuger wurde er im Oktober des vergangenen Jahres mit dem Brandenburger Landes-Naturschutzpreis geehrt. Maik Korreng ist im NABU Regionalverband Finsterwalde e.V. engagiert. Seine vielfältige Arbeit für die Fledermäuse ist nicht nur rein praktischer Natur, sondern wird auch von konzeptioneller Naturschutzforschung geprägt.
Die Fledermausnacht im Falkenberger Haus des Gastes und im angrenzenden Stadtpark war ein Erlebnisangebot. Die teilnehmenden Interessenten und Gäste bekamen die Möglichkeit, den verborgenen „Jägern der Nacht“ ganz nahe kommen“. Zuerst wurde gebastelt und vorgefertigte Fledermauskästen wurden zusammengebaut. Im Foyer lagen nicht nur Broschüren zum Fledermausschutz aus, es gab auch einen Infostand „Projekt BIRKE“. Das ist eine Bildungsoffensive zur Pionierbaumart Birke, die vom Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften e.V. und dem Forstlandesbetrieb Brandenburg betrieben wird. Lucas Landenberger und Christoph Ertle informierten über die wirtschaftlichen und ökonomischen Potentiale der Baumart Birke. Sogar aus Birkenholz angefertigte Kugelschreiber wurden kostenlos verteilt!
Nachdem Maik Korreng seinen einführenden Vortrag über das Leben der Fledermäuse gehalten hatte, übergab er dem anwesenden Pfarrer Andreas Bechler als Anerkennung dafür, dass in der Falkenberger Evangelischen Kirche Fledermauskästen installiert wurden, die NABU-Ehrentafel „Lebensraum Kirchturm“. Nachdem sich die Teilnehmer der Fledermausnacht mit einem kleinen Imbiss gestärkt hatten, der von Helma Kaiser und Doris Hensel von der Falkenberger Gartensparte „West“ serviert wurde, ging es hinaus in den nun nächtlichen Stadtpark. Dort hatte Maik Korreng bereits im Voraus drei Fledermaus-Fangnetze zwischen den Bäumen gespannt. Insgesamt neun Fledermäuse hatten sich in den Netzen verfangen: je eine Mopsfledermaus, ein Graues und ein Braunes Langohr sowie sechs Zwergfledermäuse. Die gefangenen Jäger der Nacht wurden beäugt, bestaunt und anschließend wieder freigelassen – ein Erlebnis für alle, die in dunkler Nacht noch dabei waren.
An anderer Stelle im Stadtpark hatte Mathias Krüger aus Herzberg eine licht-bestrahlte Leinwand für den Insektenfang aufgestellt. Doch der Erfolg war äußerst bescheiden. Nur wenige Insekten hatten sich auf der Leinwand niedergelassen. Die Nacht war zu kalt. Außerdem ist deutschlandweit ein enormer Insektenschwund eingetreten.
Maik Korreng war über die Resonanz auf seine mit soviel Mühe vorbereiteten Veranstaltung etwas enttäuscht. Nur etwa 20 Teilnehmer waren gekommen. Darunter auch Alexander Rankl mit seinem Sohn Tom-Niclas. Sie waren wegen der 11. Fledermausnacht Elbe-Elster aus dem bayerischen Ebersberg angereist, und zeigten sich sehr zufrieden mit dem, was sie in Falkenberg erleben konnten!
Dieter Lehmann