Naturschutzverein „Elsteraue“
Falkenberg/Elster e.V.

Träger des Umweltpreises Brandenburg 2000

 Diskussionsveranstaltung in Falkenberg über den globalen Klimawandel

 

Plakat: Der globale KlimawandelDer Falkenberger Naturschutzverein „Elsteraue“ und die Stadtverwaltung Falkenberg veranstalten eine öffentlichen Diskussionsveranstaltung über den globalen Klimawandel. Unter dem Motto „Der globale Klimawandel - von uns Menschen verursacht - erklären, begreifen, handeln!“ findet diese Veranstaltung am 22. Juni 2017, 18.00 Uhr, im Falkenberger Haus des Gastes statt.
Zu dieser Diskussionsveranstaltung werden Verantwortungsträger aus Gesellschaft, Wirtschaft und Behörden eingeladen. Auch interessierte Bürger können daran teilnehmen. Es werden zwei themenbezogene Vorträge gehalten, daran anschließend gibt es eine Podiumsdiskussion.
Ziel der Veranstaltung ist es, die Problematik des globalen Klimawandels ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, um möglichst vorbeugende Maßnahmen der Klimastabilisierung und -anpassung zu entwickeln.
Zwei Gastredner sind mit einem je 30-minütigen Vortrag eingeladen. Prof. Dr. Manfred Stock, Honorarprofessor am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Sein Vortrag: „Wie gehen wir mit dem globalen Klimawandel um?“
Danach spricht Dr. Peter Müller aus Schlieben über „Die Ursachen der gegenwärtigen Klimaveränderungen sowie Mittel und Wege diese gefährliche Entwicklung zu stoppen“ .
Moderiert wird diese Klimadiskussion von Sabine Falk und Daniel Willeke. Beide sind hauptamtliche Klimaschutz-Manager der Stadt Uebigau-Wahrenbrück.
Mit dieser Diskussionsveranstaltung wird die Stadt Falkenberg/Elster sich erstmals öffentlich der brisanten Problematik des globalen Klimawandels widmen.

 

 

 Interview im SonntagsWochenblatt 07.06.17

Falkenberg - Am kommenden Donnerstag, den 22. Juni, findet im Falkenberger Haus des Gastes, 18.00 Uhr, eine Diskussionsveranstaltung über den globalen Klimawandel statt.
Unter dem Motto „Der globale Klimawandel - von uns Menschen verursacht - erklären, begreifen, handeln!“ wird es zwei themenbezogene Vorträge geben, danach folgt eine Podiumsdiskussion. Ziel der Veranstaltung ist es, die Problematik des globalen Klimawandels ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, um möglichst vorbeugende Maßnahmen der Klimastabilisierung und -anpassung zu entwickeln. Das SonntagsWochenblatt sprach mit dem Naturschützer Dieter Lehmann, der zusammen mit der Falkenberger Stadtverwaltung diese Diskussionsveranstaltung organisiert hat.

SWB: Der globale Klimawandel ist eine Dauerthema in den verschiedenen Medien. Was hat sie veranlasst, dennoch eine derartige Veranstaltung in Falkenberg zu organisieren?

Dieter Lehmann: Am 27. März gab es in der Brikettfabrik „Louise“ in Domsdorf eine regionale Konferenz zur Klimafolgenanpassung. Etwa 60 interessierte Teilnehmer waren gekommen, darunter verantwortliche Vertreter der Städte Mühlberg, Bad Liebenwerda und Uebigau-Wahrenbrück. Auch wir vom Naturschutzverein „Elsteraue“ waren dabei. Uns fiel auf, dass kein Vertreter der Falkenberger Stadtverwaltung anwesend war. Wir richteten deshalb ein Schreiben an Bürgermeister Herold Quick mit der Anfrage, ob zur Problematik des globalen Klimawandels in unserer Stadt kein Handlungsbedarf besteht. Herold Quick reagierte auf unsere Kritik positiv. Wir vereinbarten eine Diskussionsveranstaltung zu dieser Thematik zu organisieren.

Was wollen Sie mit dieser Diskussionsveranstaltung erreichen?
Der globale Klimawandel, an dessen Beginn wir stehen, ist gegenwärtig das größte Problem der Menschheit. Es wird zwar viel geschrieben und geredet darüber, aber das allein reicht nicht aus. Es muss entschlossen gehandelt werden! Dies gilt nicht nur für alle Völker und Staaten auf unserer Erde, sondern auch für jeden einzelnen Menschen.

Was sind die Ursachen für den gegenwärtigen globalen Klimawandel?
Wir Menschen sind durch die Art und Weise, wie wir gegenwärtig leben, die Verursacher des fortschreitenden Klimawandels. Das massive Verbrennen fossiler Energieträger wie Kohle und Öl macht die Erde zum Treibhaus. Die Prognose führender Klimaexperten lautet: Wenn die Industrie- und Schwellenländer ihren Treibhausgasausstoß nicht drastisch senken, könnte die Durchschnittstemperatur auf der Erde bis zum Ende des Jahrhunderts bis auf über vier Grad ansteigen.

Gibt es dafür stichhaltige Argumente oder gar Beweise?
Ja. Das Jahr 2015 war im globalen Mittel 0,9 Grad wärmer als der Durchschnitt des 20. Jahrhunderts und damit das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen 1880. Hauptschuld daran trägt der nach wie vor ungebremste Ausstoß industrieller Treibhausgase. Bei den Pro-Kopf-Emissionen liegen die USA immer noch vorn. Im Jahr 2015 kamen auf jeden US-Bürger 17 Tonnen CO2, auf jeden Einwohner Chinas nur 7,5 Tonnen. Der Pro-Kopf-Ausstoß in Deutschland betrug 9,9 Tonnen. Also immer noch viel zu viel!

Aber es gibt auch Wissenschaftler und Politiker, die der Meinung sind, dass die gegenwärtige Erderwärmung nicht von uns Menschen verursacht wird. So zum Beispiel US-Präsident Donald Trump. Kann man denen glauben?
Nein, auf keinen Fall. Heute gibt es so gut wie keine Klimaforscher mehr, die von einer natürlichen Entwicklung ausgehen. Die Datenlage spricht eindeutig für einen sogenannten anthropogenen, einen vom Menschen ausgelösten Klimawandel. Das bestätigt auch der UN-Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) - ein unabhängiges wissenschaftliches Gremium, in dem Hunderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt mitwirken. Sein jüngster Bericht wurde 2014 veröffentlicht. Er fasst die aktuellen Erkenntnisse zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen, Risiken und Folgen des Klimawandels zusammen.

Das mag ja alles stimmen. Aber was können wir - als jeder einzelne Mensch - dagegen tun?
Jeder kann und muss etwas tun, um den Klimawandel aufzuhalten. Die Kette beginnt stets beim ersten Glied! Wer sich klimagerecht verhalten will, sollte beispielsweise Energie einsparen, wo es nur geht. Er sollte weitgehend öffentliche Verkehrsmittel benutzen, statt mit dem eigenen Auto zu fahren. Es gibt viele weitere Möglichkeiten, etwas zu bewegen! Auch darüber wollen wir in unserer Diskussionsveranstaltung miteinander reden.

Herr Lehmann, sie sind wohl einer der bekanntesten Naturschützer in unserer Region. Hat ihr diesbezügliches Engagement auch etwas mit Klimaschutz zu tun?
Ja, natürlich. Die Wirtschaftssysteme auf unserem Planeten sind seit Beginn der Industrialisierung auf die hemmungslose Ausbeutung der Natur ausgerichtet. Wir plündern die Bodenschätze, vergiften das Grundwasser, die Böden, die Luft und die Atmosphäre. Wir holzen Wälder ab, verschmutzen die Meere und dezimieren Tier- und Pflanzenarten. Der Mensch in seiner unbegreiflichen Gier, immer bequemer und immer besser leben zu wollen, verhält sich gegenüber seiner natürlichen Umwelt feindlich. Dem muss man entgegenwirken. Es gibt Menschen, die mahnend zur Vernunft rufen. Auch ich gehöre dazu.

Sie haben zum globalen Klimawandels auch schon Bücher geschrieben?
Das stimmt. Ich habe zwei Bücher geschrieben. Das erste mit dem Titel „Im Klimawandel angekommen. Was nun?“ erschien 2005. Danach ein zweites: „Kleine Klimafibel 2007“. Beide Bücher habe ich beim Projekte-Verlag Halle herausgegeben, den es leider inzwischen nicht mehr gibt. Deshalb sind diese Bücher jetzt auch nicht mehr im Handel, können also nicht mehr gekauft werden.

Erhoffen Sie sich für die Klimadiskussion im Haus des Gastes eine große Zuschauerresonanz?
Wir hoffen, dass viele kommen werden. Immerhin haben wir zwei prominente Vortragsredner. Und bei der danach folgenden Podiumsdiskussion kann jeder seine Fragen stellen. Heiße Diskussionen sind zu erwarten. Es wird auf jeden Fall hochinteressant werden!

Vielen Dank, Herr Lehmann, und viel Erfolg bei der Veranstaltung.

Gespräch: Serena Nittmann